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Geschichte

 

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Seit über 190 Jahren reißen am Donnerstag vor Rosenmontag die jecken Wiever die Herrschaft an sich. Die Beueler Waschfrauen waren im 19.Jahrhundert die Initiatorinnen der Weiberfastnacht. Sie beschlossen 1824 zum ersten Male nicht nur ihre Wäsche sondern auch ihre Männer in die Mangel zu nehmen.

Während nämlich die Männer in Köln Karneval feierten, dort fand 1823 der erste Straßenkarneval statt, setzten sich die Beueler Waschfrauen bei einem Kaffeeklatsch zusammen und machten sich ohne die Männer einige vergnügliche Stunden. Dies war die Geburtsstunde des Alten Beueler Damenkomitees von 1824 e.V. Nach dem Motto, was die Männer können, können die Wiever auch, wurde nunmehr alljährlich an diesem Tag gefeiert. Diese mutige Aktion der damals noch sehr unterdrückten Frauen, die auch schwere körperliche Arbeit leisten mußten, kann man auch als die ersten Emanzipationsbewegungen bezeichnen.

Neben dem Kaffeeklatsch wurden die Erzählungen über die Männer immer ausführlicher und lustiger. Die Frauen nutzen dieses Fest auch, um sich ihren Frust -harte Arbeit, wenig Lohn, keine Anerkennung - von der Seele zu reden. In den Folgejahren schlossen sich immer mehr Möhne (Bezeichnung für verheiratete Frauen) und nicht nur Waschfrauen dem Komitee an. Der Weiberfastnachtstag wurde mit einem Umzug begonnen und im Saal mit der Wieversitzung fortgesetzt. Erst abends nach Beendigung des Programms erhielten die Männer Einlass in den Saal und durften die Damen zum Tanz auffordern oder auch nur die Zeche zahlen.

Nach dem zweiten Weltkrieg erlebte die Beueler Weiberfastnacht einen besonderen Aufschwung. Die Wiever, angeführt von der Obermöhn, der Präsidentin des Alten Beueler Damenkomitees, stürmten das Beueler Rathaus und entmachteten an diesem Tage auch symbolisch die Männer, in dem sie den Rathausschlüssel erorberten. Seit 1958 hat die Beueler Weiberfastnacht eine weitere Symbolfigur, die Wäscherprinzessin. Heute gibt es in Beuel 17 Damenkomitees, die in den einzelnen Beueler Ortsteilen zu Hause sind und dort ihre Wieversitzung feiern.

Die Beueler Weiberfastnacht ist bereits seit vielen Jahren ein besonderes Markenzeichen im rheinischen Karneval und die Besucherzahlen steigen ständig. An diesem Tag sind die Straßen von Beuel überfüllt mit Jecken und die Männer warten nur darauf von den "Wievern" erobert zu werden. Hier findet Straßenkarneval pur statt. In den fünfziger Jahren wurde in den Bonner Ministerien des Bundes der Brauch des Krawattenabschneidens erfunden. Die Sekretärinnen machten es den Beueler Waschfrauen nach, sie lehnten sich an Weiberfastnacht gegen die Unterdrückung ihrer männlichen Chefs auf. Sie gingen zwar an diesem Tag ins Büro, hörten aber nicht mehr auf die Anweisungen ihrer Chefs (fast ausschließlich seinerzeit Männer) und zeigten ihnen somit, dass sie ohne die Arbeit der Frauen völlig hilflos sind.

Als äußeres Zeichen der Entmachtung schnitten die Damen ihren Chefs die Krawatte ab,und sie sammelten diese Stofffetzen wie Trophäen. Die Männer ließen sich allerdings an diesem einen Tag gerne "entmachten" und trennten sich fast ohne Gegenwehr von ihrem "Statussymbol" Krawatte, denn anschließend wurde gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen in den Büros ausgiebig gefeiert.

Lediglich die Ehefrauen der Chefs waren hin und wieder sauer, wenn der Mann nach Dienstschluss mit einer abgeschnittenen teuren Krawatte (Weihnachtsgeschenk der Schwiegermutter) meist angetrunken nach Hause kam und sich an nichts mehr erinnern konnte. Zwischenzeitlich haben aber auch in den Büros vielfach die Frauen die Chefpositionen besetzt und daher ist der Brauch des Krawattenabschneidens nicht mehr so populär. Gefeiert wird aber nach wie vor, meistens heute sogar mit karnevalistischem Programm.